Das Bauernhaus Rössligasse 44 zeigte sich vor Beginn des Projektes in stark verändertem und verwohntem Zustand. In der Scheune war im Laufe der 50er Jahre eine Autowerkstatt eingebaut worden, welcher das tradierte Fassadenbild mit Scheunentor zum Opfer gefallen war, im Inneren war kaum mehr nennenswerte Originalsubstanz vorhanden. Somit entschieden wir uns in Abstimmung mit der Denkmalpflege für eine grundlegende Umorganisation der Grundrissstruktur. In das Volumen wurden 4 Wohneinheiten mit unterschiedlichen Qualitäten eingefügt, hinter dem Gebäude entstand durch Entfernen von späteren Annexbauten ein intimer Innenhof. Eine weitere Wohnung mit eigenem kleinen Patio befindet sich im eigenständigen EFH in der Wendelinsgasse. Die Störung der Fassadenansicht durch die brachial eingefügten Garagentore wurde repariert, um das wohlproportionierte Bild der Ansicht wieder herzustellen. Der Zugang erfolgt nun über das Scheunentor, hinter dem sich im ehemaligen Tennbereich die vertikale Erschliessung befindet. Die erhaltenswerte Dachkonstruktion mit liegendem Stuhl wurde in die Gestaltung der Dachwohnungen eingebunden und durch die Aufsparrendämmung weitestgehend erlebbar gemacht. Die einzelnen Wohnungen werden durch eine Liftanlage erschlossen und entwickeln sich intern jeweils über 2 Ebenen.

Foto © Lilli Kehl